CD
Benny Goodman Revisited, 1 Audio-CD
Mit der WDR Big Band
von Rivera D',Paquito

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Benny Goodman Revisited

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Produktbeschreibung

"Ich erfuhr zum ersten Mal von New York City durch meinen Vater, und zwar an dem Tag, als er mit einer Schallplatte nach Hause kam, die für immer mein Leben veränderte. Ich muss etwa 8 oder 9 Jahre alt gewesen sein. An diesem sonnigen Nachmittag in der damals noch schönen Stadt Havanna Mitte der fünfziger Jahre brachte mein Alter eine LP mit buntem Cover und sechs Bildern eines Klarinettisten mit dem Titel: The Great Benny Goodman. Die Namen HARRY JAMES, GENE KRUPA, TEDDY WILSON, LIONEL HAMPTON und einige andere großartige Jazzartisten leuchteten in roten, schwarzen und blauen Buchstaben darauf.
Tito - so hieß mein Papa, selber ein klassischer Saxophonist - legte die LP auf seinen tragbaren Silvertone-Plattenspieler und setzte die Nadel fast an den Rand der gestreiften Oberfläche der Vinyl-Platte. Das leise Murmeln, das die Reibung der winzigen Nadel ein paar Sekunden lang auf dem neuen Kunststoff erzeugte, verschärfte meine Neugier aufs Unbekannte umso mehr. Sofort hörten wir die Töne von "Let s Dance", der Erkennungsmelodie des Benny Goodman-Orchesters. Die robuste Rhythmusgruppe erschien wie die Wurzeln und der Stamm eines starken, gesunden Baumes. Darauf blühten ausgelassen die fünf Äste des kompakten Saxophonteils, wie der Frühling. Die Trompeten plätscherten die Melodie wie frischen Tau und hielten abrupt an, um Bennys kristallklarem, spielerischem Ton den Vortritt zu lassen. Wie ein Vogel des Lichts stieg sein einzigartiger Klarinettenklang empor und berührte die glänzenden Sterne am Himmel. Mein Gott! Diese Band bewegte sich so geschmeidig wie ein Ruderboot den Hudson River flussabwärts.
Viele Jahre später erzählte mir der legendäre Produzent John Avakian, der die Hüllenvermerke für die herausragende 1938er Aufnahme schrieb (die allerdings erst 1956 erschien), dass die Melodie vom genialen Fletcher Henderson arrangiert wurde für die beliebte Radiosendung "Let s Dance". Das Stück basierte auf der berühmten Aufforderung zum Tanze von Carl Maria von Weber."Was war das?" fragte ich schwer beeindruckt meinen Vater, als die erste Seite zu Ende war."Swing"- antwortete er mit einem geschmitzten Lächeln-, "Das Benny Goodman Orchester in der Carnegie Hall.""Hast du Fleisch und Bohnen gesagt?" (Die Worte Carnegie Hall waren fast wie "carne y frijol" auf Spanisch), fragte ich, überrascht, dass die Kochkünste meiner Mutter etwas mit dieser inspirierten Musik zu tun haben konnten.
Mein alter Vater krümmte sich vor Lachen, aber als er sich schließlich beruhigt hatte, erklärte er mir, wer Benny Goodman ist und erzählte von Swing, der Carnegie Hall und der beeindruckenden Großstadt wo deren roten Ziegelkolumnen gebaut wurden. Ab diesem Tag wurde der jüdische Klarinettist zu meinem wichtigsten musikalischen Idol und der "Asphalt-Dschungel" zur Stadt meiner Träume.
Viele Jahre später, im Jahre 2009, feierte die gesamte Musikwelt den hundertsten Geburtstag des Königs aller Klarinettisten, und ich war überglücklich als Lucas Schmidt mir vorschlug, dass ich ein Gedenkkonzert zum 100sten Geburtstag des King of Swing geben soll, und zwar in der herrlichen Konzerthalle in Köln, mit meinen lieben Freunden des WDR-Orchesters unter Leitung des Meisters, Michael Abene.
Ein paar Monate vor dem Konzert traf ich Michael - der, wie es der Zufall will, eine Zeit lang mit Benny spielte - in einem Klavierzimmer im Jazz at Lincoln Center, um zusammen Melodien auszusuchen, die nach einem moderneren Arrangement verlangten. Es ging um Stücke wie Memories of You, Goodbye, Stomping at the Savoy und (selbstverständlich) Sing, Sing, Sing. Alle Songs die wir wählten, außer einem, hatten einen Bezug auf Bennys Laufbahn. Zu dieser Zeit hatte mich das Cape Cod Chamber Music Festival beauftragt, eine viersätzige Sonate für den Klarinettisten Jon Manasse und den Pianisten Jon Nakamatsu zu komponieren ..."