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First Class
Roman
Wilson, Antoine

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Produktbeschreibung

Wird oft zusammen gekauft: 'Der talentierte Mr. Ripley' und 'First Class'
Alles beginnt damit, dass Jeff dem namenlosen Erzähler des Romans in einer Flughafenbar seine Lebensgeschichte vorlegt, und zwar, wie er einen Mann vor dem Ertrinken rettet und sich nach und nach in dessen Leben einnistet. Obwohl der Erzähler an Jeffs Aufrichtigkeit zu zweifeln beginnt, kann auch er sich der fesselnden Geschichte von Täuschung und scheinbar glücklichen Zufällen, in der die Grenzen zwischen Fakt und Fiktion immer wieder verschwimmen, nicht entziehen. Denn Jeffs Aufstieg in der Gesellschaft könnte schillernder nicht sein. Doch zu welchem Preis? Spannend und durchtrieben - Antoine Wilson beleuchtet die ausgeklügelten Wege, auf welche wir andere betrügen, oder uns selbst. Gänsehautmoment beim letzten Satz garantiert.
»Antoine Wilson baut einen bösen finalen Twist ein. Eine raffinierte Miniatur über Gut, Böse und das Dazwischen.« Ingeborg Sperl, Der Standard, 23.03.2024 Der Standard 20240323
Antoine Wilson ist der Autor der Romane Panorama City (Ein Mann von Welt, 2013) und The Interloper. Seine Werke sind u. a. in The Paris Review, Best New American Voices und der Los Angeles Times erschienen. Er ist Absolvent des Iowa Writers' Workshop, First Class ist sein neuester Roman und Antoine Wilsons zweites Buch, das auf Deutsch erscheint. Er lebt in Los Angeles. Eva Regul, geboren in Kiel, studierte Literaturwissenschaft in Berlin. Sie arbeitete als Untertitlerin und übersetzt seit 2019 britische und amerikanische Literatur ins Deutsche, u.a. von C Pam Zhang und Zain Khalid.

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Ich wartete am Gate des New Yorker Flughafens JFK, allein, übermüdet vom Nachtflug aus Los Angeles, und sinnierte über den Anblick, der sich mir kurz nach dem Start, kurz vor dem Einschlafen, in der abendlichen Dunkelheit geboten hatte, ein Anblick, den ich aus einem Flugzeug noch nie zuvor gesehen hatte.

Ich hatte auf der linken Seite am Fenster gesessen, und wir waren, Zufall oder Schicksal, in Richtung Süden übers Meer geflogen, sodass sich mir ein weiter Blick auf die nächtliche Stadt bot: die goldgelb leuchtenden Punkte der Wohnviertel, die rot-weißen Streifen der Highways und dazwischen mysteriöse schwarze Lücken von Gewässern und Parks. Plötzlich ein kleiner Lichtblitz, aber nicht am Boden, sondern in der Luft. Dann noch einer, gefolgt von Strahlen in alle Richtungen, wie eine Blüte, die sich im Zeitraffer öffnet. Ein Feuerwerk. Ich betrachtete die vielen kleinen Explosionen, bis das Flugzeug die Wolkendecke erreichte.

Dabei war es gar kein Feiertag.

Während ich noch darüber nachdachte, wie man einen Anblick, der einen am Boden so vollkommen fesselte, aus einer anderen Perspektive nur als winziges Aufflackern auf riesigem Raum wahrnahm, hörte ich aus dem Lautsprecher einen Namen.

»Jeff Cook«, sagte die Stimme. »Bitte begeben Sie sich zum Schalter von Gate 11.«

Ein Allerweltsname, aber ich horchte dennoch auf. Ich hatte mal einen Jeff Cook gekannt, an der UCLA, vor fast zwanzig Jahren. Ich hob den Kopf und sah einen gutaussehenden Mann Mitte vierzig mit großen Schritten auf den Schalter zugehen. Er trug einen eleganten blauen Anzug ohne Krawatte und eine Brille mit transparenter Fassung. Teure Lederslipper. Er nannte der Frau am Schalter seinen Namen und schob ihr Bordkarte und Ausweis hin. Während sie auf die Tastatur hämmerte, lehnte er sich leicht auf den Griff seines schicken Hartschalen-Rollköfferchens.

Von meinem Platz in der Nähe des Schalters konnte ich diesen Jeff Cook im Profil betrachten. Ich war schon fast sicher, dass es nicht der Jeff Cook von früher war, und wollte mich gerade abwenden, als er den Kopf in meine Richtung drehte. Diese hohen, breiten Wangenknochen und diesen durchdringenden Blick kannte ich.

Er war es tatsächlich. Allerdings hatte Jeff früher beeindruckend lange, wallende dunkle Haare gehabt, nicht so einen kurz geschorenen, grau melierten Schopf wie jetzt. Außerdem hatte er zugenommen, war kompakter geworden wie so viele von uns, die nach dem College, als wir uns schon längst als fertige Männer verstanden, noch mal eine ganz andere Figur bekommen hatten.

Damals waren Jeff und ich nicht unbedingt eng befreundet gewesen, eigentlich kannten wir einander nur flüchtig, aber obwohl er in meiner Vergangenheit nicht mehr als eine Nebenrolle gespielt hatte, erinnerte ich mich sehr deutlich an ihn.

Im ersten Jahr am College war er einfach ein Kommilitone, der mir aus irgendeinem Grund aufgefallen war, und es ergab sich eine Reihe von Begegnungen, wenn man es denn überhaupt so nennen konnte, am College und anderswo. Mit seiner wallenden Mähne und seinen markanten Zügen war er kaum zu übersehen, eine Art Vintage-Style- Adonis, der das lässige Selbstvertrauen eines Studenten im höheren Semester ausstrahlte. Man kann nicht mal behaupten, dass unsere Wege sich kreuzten, er tauchte nur hin und wieder auf, saß am Ecktisch in einem Café, schlenderte bei einer Demo gegen den Zweiten Golfkrieg umher oder stand - vollkommen überraschend - im Schein meiner Rücklichter, als ich eines Abends bei einem Freund aus der Einfahrt zurücksetzte. Bei jeder Begegnung mit diesem Mystery Man bekam ich eine Gänsehaut, als wäre er mein wachsamer Schutzengel, und dann packte mich plötzlich die Angst, ich könnte ihn vielleicht nie wiedersehen.

Gegen Ende jenes ersten Jahres ging ich mit einem Freund Gras kaufen. Er kannte e


Über den Autor



Antoine Wilson ist der Autor der Romane Panorama City ( Ein Mann von Welt , 2013) und The Interloper . Seine Werke sind u. a. in The Paris Review , Best New American Voices und der Los Angeles Times erschienen. Er ist Absolvent des Iowa Writers' Workshop, First Class ist sein neuester Roman und Antoine Wilsons zweites Buch, das auf Deutsch erscheint. Er lebt in Los Angeles.

Eva Regul, geboren in Kiel, studierte Literaturwissenschaft in Berlin. Sie arbeitete als Untertitlerin und übersetzt seit 2019 britische und amerikanische Literatur ins Deutsche, u.a. von C Pam Zhang und Zain Khalid.


Klappentext



Alles beginnt damit, dass Jeff dem namenlosen Erzähler des Romans in einer Flughafenbar seine Lebensgeschichte vorlegt, und zwar, wie er einen Mann vor dem Ertrinken rettet und sich nach und nach in dessen Leben einnistet. Obwohl der Erzähler an Jeffs Aufrichtigkeit zu zweifeln beginnt, kann auch er sich der fesselnden Geschichte von Täuschung und scheinbar glücklichen Zufällen, in der die Grenzen zwischen Fakt und Fiktion immer wieder verschwimmen, nicht entziehen. Denn Jeffs Aufstieg in der Gesellschaft könnte schillernder nicht sein. Doch zu welchem Preis? Spannend und durchtrieben - Antoine Wilson beleuchtet die ausgeklügelten Wege, auf welche wir andere betrügen, oder uns selbst. Gänsehautmoment beim letzten Satz garantiert.




Wird oft zusammen gekauft: 'Der talentierte Mr. Ripley' und 'First Class'

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