Das Haus, wenn auch geräumig, war nichts für ihn. Ingram lässt beim Schreiben die Tür offen stehen, wartet bis der Nachhall verklungen, bis die strenge Linie der Sprache verwischt. Dann setzt er sich hin und schreibt von einem alten Deppen wie ihn, der sich nun - so in diesem Gedichtband - einen weiteren Schritt in Richtung ungezügeltes Meer erlauben möchte. Aber es stockt eben alles zurzeit, auch wenn er die Brandung von Ferne schon rollen und rollen hört. Etwas muss die nächsten Sekunden geschehen, denkt er. Was er hier machen kann, gilt nur für dieses Leben. Hilft es ihm weiter?Nach Spätes Argument (2005) und Luftfarbig Jetzt (2008) ist die vorliegende Gedichtsammlung als das fortgesetzte Krächzen eines Raben zu hören, eines Raben des Nichts. Der sitzt da ob auf dem Dachgiebel in längster Winternacht und fragt sich: Erkenntnis oder nicht? Man begreift: Was er nicht hat, ist alles. Und das Zerbrechen des Totalitären ist nicht einfach. Von Gedicht zu Gedicht Ingrams Aufruf für einen neuen, geschwächt-neuen Anfang.
Ingram Hartinger, geb. 1949 in Saalfelden, lebt seit 1979 in Klagenfurt. Studierte Psychologie, war dreißig Jahre Krankenhauspsychologe am LKH Klagenfurt. Bisher: über fünfzehn Prosabände (bei Droschl, Folio und Wieser), sechs Gedichtsammlungen (u. a. bei Thanhäuser), Radiosendungen für den ORF (Tonspuren, Hörbilder). Zuletzt bei Wieser Das letzte Heft. Österreichisches Staatsstipendium für Literatur und Lyrikpreis der Stadtwerke Klagenfurt 2009.
Jemand schreibt in tiefer Nacht, der / Garten draußen im Krankenstand/ Jemand heißt Paul und ist schwermütig // Die Kraftprobe zwischen Spracheund / Welt auch diesmal nicht zu Ende, der / Mensch versinkt in Barbarei derWorte // Siehst du dich oder nicht, schreibt er / Er stellt fest er ist nicht mehrjung / Licht könnte sein Schicksal ändern // Er ist der verunstaltete Rabe desNichts / Wortlos fliegt er herum und bekommt / Nicht genug von all den Lektionen// Ach er verlängert nur eine Tradition, am / Lebensabend übt er denSchwerttanz / Sterne wurden schwarz der Mond bleich //
Über den Autor
Ingram Hartinger, geb. 1949 in Saalfelden, lebt seit 1979 in Klagenfurt. Studierte Psychologie, war dreißig Jahre Krankenhauspsychologe am LKH Klagenfurt. Bisher: über fünfzehn Prosabände (bei Droschl, Folio und Wieser), sechs Gedichtsammlungen (u. a. bei Thanhäuser), Radiosendungen für den ORF (Tonspuren, Hörbilder). Zuletzt bei Wieser Das letzte Heft. Österreichisches Staatsstipendium für Literatur und Lyrikpreis der Stadtwerke Klagenfurt 2009.
Klappentext
Das Haus, wenn auch geräumig, war nichts für ihn. Ingram lässt beim Schreiben die Tür offen stehen, wartet bis der Nachhall verklungen, bis die strenge Linie der Sprache verwischt. Dann setzt er sich hin und schreibt von einem alten Deppen wie ihn, der sich nun - so in diesem Gedichtband - einen weiteren Schritt in Richtung ungezügeltes Meer erlauben möchte. Aber es stockt eben alles zurzeit, auch wenn er die Brandung von Ferne schon rollen und rollen hört. Etwas muss die nächsten Sekunden geschehen, denkt er. Was er hier machen kann, gilt nur für dieses Leben. Hilft es ihm weiter?
Nach Spätes Argument (2005) und Luftfarbig Jetzt (2008) ist die vorliegende Gedichtsammlung als das fortgesetzte Krächzen eines Raben zu hören, eines Raben des Nichts. Der sitzt da ob auf dem Dachgiebel in längster Winternacht und fragt sich: Erkenntnis oder nicht? Man begreift: Was er nicht hat, ist alles. Und das Zerbrechen des Totalitären ist nicht einfach. Von Gedicht zu Gedicht Ingrams Aufruf für einen neuen, geschwächt-neuen Anfang.
Jemand schreibt in tiefer Nacht, der / Garten draußen im Krankenstand
/ Jemand heißt Paul und ist schwermütig // Die Kraftprobe zwischen Sprache
und / Welt auch diesmal nicht zu Ende, der / Mensch versinkt in Barbarei der
Worte // Siehst du dich oder nicht, schreibt er / Er stellt fest er ist nicht mehr
jung / Licht könnte sein Schicksal ändern // Er ist der verunstaltete Rabe des
Nichts / Wortlos fliegt er herum und bekommt / Nicht genug von all den Lektionen
// Ach er verlängert nur eine Tradition, am / Lebensabend übt er den
Schwerttanz / Sterne wurden schwarz der Mond bleich //