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Verschüttetes Können?
Kompetenz, Herkunft und Habitus benachteiligter Jugendlicher. Dissertationsschrift
Koch, Martin

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Produktbeschreibung

Benachteiligte Jugendliche werden im öffentlichen und wissenschaftlichen Diskurs meist anhand von Defizitkategorien in der Gegenwart schwieriger Lebenssituationen klassifiziert. In Anlehnung an die Habitustheorie Pierre Bourdieus zeichnet die Studie die exemplarischen Arbeits- und Lebensverhältnisse unterer Schichten in und um eine niedersächsische Kleinstadt vom Ende des Dreißigjährigen Kriegs bis in die Gegenwart des zeitgenössischen Übergangssystems nach.
Benachteiligte Jugendliche werden im öffentlichen und wissenschaftlichen Diskurs meist anhand von Defizitkategorien in der Gegenwart schwieriger Lebenssituationen klassifiziert. Doch sie sind sozialisierte Nachkommen konkreter Akteure, die ihren Alltag mit bestimmten Arbeits- und Lebensweisen bewältigen mussten. Um ihr Handeln und Wahrnehmen fördern zu können, muss es auf dieser historischen Grundlage verstanden werden. Dies gilt selbst dann, wenn sich der dabei transportierte soziale Sinn unter gegebenen Verhältnissen nicht unmittelbar umSetzen lässt.
In Anlehnung an die Habitustheorie Pierre Bourdieus zeichnet die Studie die exemplarischen Arbeits- und Lebensverhältnisse unterer Schichten in und um eine niedersächsische Kleinstadt vom Ende des Dreißigjährigen Kriegs bis in die Gegenwart des zeitgenössischen Übergangssystems nach. Über sechs Zeitabschnitte hinweg wird die Herausbildung und transformatorische Entwicklung acht idealtypischer Strukturmuster in mehreren praktischen Dimensionen beschrieben. Dabei werden historische Regelmäßigkeiten sichtbar, die unterbäuerliche Gruppen, Deklassierte und Zuwanderer über die Industrialisierungsperiode hinweg mit den heutigen Zielgruppen der beruflichen Benachteiligtenförderung verbinden. So entsteht eine Matrix typologischer Bewältigungsstrategien, Sinnkonzeptionen und Genialitäten, die zum Kompetenzverständnis benachteiligter Zielgruppen in Wissenschaft und Praxis beitragen soll.
Typologische Bewältigungsstrategien, Sinnkonzeptionen und Genialitäten werden als Matrix dargestellt und können dazu dienen, benachteiligte Jugendliche und ihr oft unerklärbares Verhalten leichter zu verstehen. Damit wird das Buch für die Kolleginnen und Kollegen interessant, die, weil sie solche Schüler unterrichten, sich ernsthaft und kompetent mit dem Problem leistungsschwächerer oder benachteiligter Schüler auseinanderSetzen wollen. - Heiko Pohlmann in: Die berufsbildende Schule, 6/2013
Martin Koch arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Berufspädagogik und Erwachsenenbildung der Universität Hannover

Klappentext



Benachteiligte Jugendliche unterscheiden sich aufgrund ihrer Verhaltensweisen und Eigenschaften. Im öffentlichen und wissenschaftlichen Diskurs aber werden sie meist anhand von Defiziten in der Gegenwart schwieriger Lebenssituationen klassifiziert. Doch sozialer Sinn rührt immer auch aus der Vergangenheit und wird selbst dann von jeder weiteren Generation aufgegriffen, wenn er sich unter inkompatiblen Verhältnissen nicht unmittelbar umSetzen lässt. Jugendliche in Bildungsgängen und Maßnahmen des Übergangssystems sind sozialisierte Nachkommen konkreter Akteure, die ihren Alltag unter unterschiedlichen Bedingungen mit bestimmten Arbeits- und Lebensweisen bewältigen mussten. Um Handeln und Wahrnehmung benachteiligter Zielgruppen in seiner Potenzialität fördern zu können, muss es auf der Grundlage dieses historischen Entstehens verstanden werden. In Anlehnung an die Habitustheorie Pierre Bourdieus zeichnet diese Arbeit darum die exemplarischen Arbeits- und Lebensverhältnisse unterer Schichten in und um eine Niedersächsische Kleinstadt vom Ende des Dreißigjährigen Kriegs bis in die Gegenwart des zeitgenössischen Übergangssystems nach. Über sechs Zeitabschnitte hinweg wird die Herausbildung und transformatorische Entwicklung von acht idealtypischen Strukturmustern beschrieben. Dabei werden historische Regelmäßigkeiten und Entwicklungen sichtbar, die unterbäuerliche Gruppen, Deklassierte und Zuwanderer über die Industrialisierungsperiode hinweg mit den Zielgruppen der beruflichen Benachteiligtenförderung verbinden. Zwischen Zwangslagen und kreativem Gestaltungsvermögen konturieren sich differenzierte Bewältigungsstile, die auf die Möglichkeit eines Könnens jenseits von Resignation und Perspektivlosigkeit verweisen. Als Ergebnis entsteht eine Matrix differenzierter Bewältigungsstrategien, Sinnkonzeptionen und Genialitäten, die zum Kompetenzverständnis benachteiligter Zielgruppen in Wissenschaft und Praxis beitragen soll.


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