Es ist die falsche Frage, ob wir bei der Suche nach dem Sound Gottes noch Gesangbuchlieder oder Bachkantaten singen oder ob wir es bleiben lassen sollen. Die richtige ist: Wie muss die Performance eines Gesangbuchlieds oder einer Kantate gedacht, komponiert, dekomponiert werden, damit durch sie der Sound Gottes strömt? Rainer Bayreuther spricht sich leidenschaftlich für mehr experimentellen Mut in der Kirchenmusik, für den Einsatz auditiver Medien und die kreative Verknüpfung von digitaler und menschlicher Kommunikation aus."Ich führe keinen musikalischen Bildersturm im Schilde. Ich gebe schlicht zu bedenken, dass ein göttliches Eingreifen im Klangereignis jenes Klangereignis inkommensurabel verändert."
Rainer Bayreuther, Jahrgang 1967, lehrt Musikwissenschaft an der Hochschule für evangelische Kirchenmusik Bayreuth.
Über den Autor
Rainer Bayreuther, Jahrgang 1967, lehrt Musikwissenschaft an der Hochschule für evangelische Kirchenmusik Bayreuth.
Klappentext
Die Kirchenmusik ist zu einem Ohrensessel geworden, in dem man sehr weich und sehr tief sitzt. Zweifellos gehört die hörbare und gemeinschaftliche Ekstase unverzichtbar zur christlichen Frömmigkeit. Aber lässt sich daraus nicht viel mehr ableiten, als auf der Kirchenbank Gesangbuchlieder mit Orgelbegleitung zu singen oder den Kirchenchor auftreten zu lassen? Und ansonsten immer wieder Bach, Bach und wieder Bach. Rainer Bayreuther spricht sich leidenschaftlich für mehr experimentellen Mut in der Kirchenmusik, für den Einsatz auditiver Medien und die kreative Verknüpfung von digitaler und menschlicher Kommunikation aus. Gerade brandaktuell sind seine Ideen auch vor dem Hintergrund pandemischer Einschränkungen im Gemeindeleben.