Historische Persönlichkeiten wie Caesar und Cleopatra werden in Geschichtsbüchern, Romanen, auf der Bühne und im Film ganz unterschiedlich charakterisiert. Der vorliegende Roman verwebt diese Vielfalt witzig und kenntnisreich zu einer spannenden Geschichte. Im Spiegelsaal von Versailles zeigt sich, dass Caesar nicht nur Caesar ist und Cleopatra nicht nur Cleopatra. Louis XIV, der Sonnenkönig, hat überdies in dieser Geschichte ein gewichtiges Wort mitzusprechen, ist er doch Gastgeber der illustren Gesellschaft, die sich in seinem Schloss aufhält.Ein Verwirrspiel mit historischem Hintergrund.
Kennen Sie Caesar? Aber sicher.Kennen Sie Cleopatra? Wer kennt sie nicht! Aber welchen Caesar, welche Cleopatra?Historische Persönlichkeiten wie Caesar und Cleopatra werden in Geschichtsbüchern, Romanen, auf der Bühne und im Film ganz unterschiedlich charakterisiert. Der vorliegende Roman verwebt diese Vielfalt witzig und kenntnisreich zu einer spannenden Geschichte. Die Autorin eröffnet eine ganz neue Perspektive auf die beiden viel beschriebenen Figuren.Im Spiegelsaal von Versailles zeigt sich, dass Caesar nicht nur Caesar ist und Cleopatra nicht nur Cleopatra. Louis XIV, der Sonnenkönig, hat überdies in dieser Geschichte ein gewichtiges Wort mitzusprechen, ist er doch Gastgeber der illustren Gesellschaft, die sich in seinem Schloss aufhält. Ein Verwirrspiel mit historischem Hintergrund.Die meisten Romanfiguren sind historische Persönlichkeiten. In einem ausführlichen Glossar stehen dem Leser zusätzliche Informationen über den geschichtlichen Hintergrund zur Verfügung.
Cho, SusanneSusanne Cho, 1952 in Zürich geboren, besuchte das altsprachliche Gymnasium, studierte Kunstgeschichte und Psychologie und promovierte an der Universität Zürich. Fachausbildung in Psychotherapie.Ihre intensive Beschäftigung mit Archäologie und der Geschichte des Altertums führte sie auf zahlreiche Reisen in die Gebiete der ehemals römischen Provinzen, unter anderem nach Griechenland, Nordafrika, Syrien, Jordanien, nach Frankreich und immer wieder nach Rom.
Leseprobe
6 die Krankheit der Variation
Nach einer schlechten Nacht und einem endlosen Tag macht Caesar sich übellaunig auf die Suche nach
dem Salon der Venus. Der Sonnenkönig hat ihn dorthin bestellt, er halte eine Überraschung für ihn bereit.
Woher nur die Missstimmung ... Ein deutliches, wenn auch nicht begründbares Gefühl lässt Caesar
vermuten, dass es mit dem Gallischen Krieg zu tun hat.
Caesar durchquert den Spiegelsaal und gelangt in den Salon des Krieges. Ein riesiger Louis XIV
hoch zu Pferd ragt aus einem gewaltigen Medaillon hervor, direkt über dem Kamin. Als römischer
Feldherr gekleidet, empfängt er mit entrücktem Blick die Krone der Ruhmesgöttin. Unter den
Pferdehufen krümmen sich besiegte Feinde.
Der Sonnenkönig würdigt Caesar keines Blickes. Täuscht sich Caesar oder zeigt sich auf den
Gesichtern von Claudius, Vespasianus und Domitianus, die sich als bescheidene Büsten in diesem
Raum aufhalten, der Anflug eines ironischen Lächelns? Caesar eilt in den nächsten Saal, wo er Louis
erneut begegnet. Diesmal blickt der Herrscher aus einem enormen Bilderrahmen, präsentiert sich in
reicher Gewandung, in einem blauen, pelzgefütterten Mantel mit goldenen Lilien und endlosen weißen
Strümpfen, die oben aus einem überaus kurzen gefältelten Zwitterding - halb Hose, halb Rock -
entspringen und in Schuhe münden, deren hohe Absätze in einem auffälligen Rot gehalten sind.
Rot, die Farbe der Senatorenschuhe. Zufall? Krone, juwelenbesetztes Schwert, kraftvolle Insignien
der Macht, nichts fehlt; dennoch flößt dieser Louis Caesar keinen Respekt ein. Die Kleidung ist
schwülstig und außerdem verdreht der König seine Beine in einer unnatürlichen Pose, als wolle er
gleich ein paar Tanzschritte machen. Bevor er das tun kann, flieht Caesar aus dem Saal, gelangt
aber in einen Raum, in dem schon wieder ein überlebensgroßer Louis im Königsornat aus einem
Bilderrahmen schaut. Erleichtert atmet Caesar auf; es handelt sich um einen anderen, die Gesichtszüge
unterscheiden sich deutlich, auch die Haartracht hat sich verändert - zu Ungunsten des zweiten,
wie Caesar befindet. Ist es der Urenkel, den der Sonnenkönig vor zu vielen Kriegen gewarnt hat?
Ihm gegenüber eine Frau, eingezwängt in ein gewaltiges Bauwerk von Stoffen. Ob die sich überhaupt
allein fortbewegen kann? Eine solche Frau zu entkleiden, muss eine langwierige Prozedur sein ...
Der nächste Saal scheint Mars gewidmet, das Gewölbe zeigt den Gott im Kriegswagen und natürlich
wieder Louis XIV, diesmal zu Pferd und in Kriegsmontur. Anders als der schon etwas schlaffe Louis im
Königsmantel ist dieser hier zu Pferd noch jung und energisch. Caesar unterdrückt den Drang, das
Deckengewölbe zu inspizieren, er wüsste gerne, wer hier einen Platz einnimmt neben Mars.
Alexander vermutlich. Ob man auch Caesar würdigt? Unter dem Blick des Sonnenkönigs mag er
nicht stehenbleiben. Er durcheilt den langen Saal, doch auch der anschließende ist beherrscht von
einem Louis XIV. Ein schöner Louis, dynamisch, interessant, meisterhaft herausgemeißelt aus
weißem Marmor. Caesar kann nicht anders, er bleibt vor Louis stehen und bewundert ihn.
»Salve! So bin ich endlich an unserem Treffpunkt angelangt. Hervorragend siehst du aus,
Louis, so strahlend wie nie zuvor. Ich fragte mich schon, warum du mich so weit gehen lässt,
wenn ich dich doch in jedem Saal treffen könnte, doch deine Ausstrahlung hier ist tatsächlich
außerordentlich.«
»Findest du?«, fragt Louis und lächelt charmant. »So hat Bernini mich gesehen, ein Künstler aus Italien.
Kühn, willensstark. Im Gegensatz zu Berninis Reiterstatue mit dem sich übertrieben aufbäumenden Pferd
passt mir dieses Portrait, d
Über den Autor
Susanne Cho, 1952 in Zürich geboren, besuchte das altsprachliche Gymnasium, studierte Kunstgeschichte und Psychologie und promovierte an der Universität Zürich. Fachausbildung in Psychotherapie.nIhre intensive Beschäftigung mit Archäologie und der Geschichte des Altertums führte sie auf zahlreiche Reisen in die Gebiete der ehemals römischen Provinzen, unter anderem nach Griechenland, Nordafrika, Syrien, Jordanien, nach Frankreich und immer wieder nach Rom.
Klappentext
Kennen Sie Caesar? Aber sicher.Kennen Sie Cleopatra? Wer kennt sie nicht! Aber welchen Caesar, welche Cleopatra?nHistorische Persönlichkeiten wie Caesar und Cleopatra werden in Geschichtsbüchern, Romanen, auf der Bühne und im Film ganz unterschiedlich charakterisiert. Der vorliegende Roman verwebt diese Vielfalt witzig und kenntnisreich zu einer spannenden Geschichte. Die Autorin eröffnet eine ganz neue Perspektive auf die beiden viel beschriebenen Figuren.nIm Spiegelsaal von Versailles zeigt sich, dass Caesar nicht nur Caesar ist und Cleopatra nicht nur Cleopatra. Louis XIV, der Sonnenkönig, hat überdies in dieser Geschichte ein gewichtiges Wort mitzusprechen, ist er doch Gastgeber der illustren Gesellschaft, die sich in seinem Schloss aufhält. Ein Verwirrspiel mit historischem Hintergrund.nDie meisten Romanfiguren sind historische Persönlichkeiten. In einem ausführlichen Glossar stehen dem Leser zusätzliche Informationen über den geschichtlichen Hintergrund zur Verfügung.